Der Hund ist ein soziales Wesen.

Seine Lernbereitschaft erleichtert ihm die Integration in die Gemeinschaft.

Hunde brauchen ein Leittier

Sie wollen einen Boss, den sie anerkennen und der sie bei Vergehen zurechtweist. Er darf nicht inkonsequent sein, denn das betrachtet ein Hund nicht selten als Aufforderung zur internen Kraftprobe. Alle Familienmitglieder müssen sich dem Hund gegenüber bestimmt und konsequent verhalten, sonst setzt er Ansprüche, die ihm der "Leithund" nicht gestattet hat, bei Schwächeren durch. Am besten ist es natürlich, wenn man gleich von Anfang an durch konsequente Erziehung dafür sorgt, daß Unarten gar nicht entstehen. Aber das ist einfach gesagt. Sie dem erwachsenen Hund abzugewöhnen, ist mühsam und nicht immer von Erfolg gekrönt.

Fehler die bei der Erziehung immer wieder gemacht werden

1.Verspäteter Schulbeginn: Lange Zeit sieht man dem Welpen alles nach. Unsauberkeit, Beknabbern, Futterverweigerung, Dauerwinseln. Das Ergebnis: ein verwöhnter, trotziger Junghund.

 2. Nachgiebigkeit: Natürlich verlangt ein kleiner Hund Nachsicht. Aber alles zu seiner Zeit: Sie entscheiden, wann gespielt wird und wann nicht.  

3. Überforderung: Auf die Schnelle geht nichts. Lernen braucht auch bei Welpen Zeit. Der Welpenbesitzer sollte wissen, daß er selbst rund um die Uhr gefordert ist. Der Junge Hund setzt sich ständig mit neuen Umwelteindrücken auseinander. Immer wenn der Welpe ausgeruht ist, sollte gezielt mit ihm geübt werden. Wenn er ermüdet werden die Übungen abgebrochen, so behält er die Lektionen in angenehmer Erinnerung und will sie von sich aus wiederholen.

4. Zu viele Lehrer: Viele Köche verderben den Brei, das gilt auch in der Welpenerziehung. Ein Familienmitglied ist für die Erziehung des Kleinen verantwortlich. Die restlichen Familienmitglieder übernehmen später  die Kommandos.

5. Verhätscheln: Junghunde, die übermäßig beschützt werden, entwickeln oft ein gestörtes Verhältnis zu ihren Artgenossen. Ein  Welpe der ständig aus Angst auf den Arm genommen wird, hat kaum eine Chance, das arteigene Verständigungsrepertoire zu testen und überschätzt seine Fähigkeiten.

Er knabbert alles an!

Dieses Problem hat man vor allem mit Hundebabies. Vergreift sich ein erwachsener Hund noch am Mobiliar oder reißt alles herunter, sind meist die Besitzer schuld: Ein Hund, der zu viel alleine gelassen wird oder zu wenig Zuwendung hat, kann aus Protest zum Zerstörer werden. Welpen hingegen sind wie kleine Kinder: Sie wollen aus Neugier und Verspieltheit einfach alles untersuchen Grundsätzlich gilt: Je mehr der kleine Hund beschäftigt und ausgelastet ist, desto weniger wird er sich an Dingen vergreifen, die nicht für ihn bestimmt sind. Mit einem scharfen "Pfui" müssen Sie dem kleinen Kerl von Anfang an klarmachen was erlaubt ist und was nicht.  

Das Betteln vom Tisch bettel Hund

Um es gleich vorweg zu sagen: Wer seinen Hund nie vom Tisch füttert, der wird dieses Problem auch nicht haben. Leider jedoch findet der Hund die "Schwachstelle" in der Familie schnell heraus und konzentriert sich nun hartnäckig auf diese Person. Meist bleibt der Hund dabei Sieger.

Grundregeln und Tips, damit es leichter für Sie wird:

Verteilen Sie die Futterportionen auf zwei Mahlzeiten täglich, dann neigt er weniger  zum Betteln.

Reichen Sie ihm seinen Fressen, während Sie am Tisch sitzen. So hat das Tier das Gefühl mitzufressen im Rudel.

Bleiben Sie hart, lassen Sie sich nicht erweichen von Weltschmerzblick oder Pföteln.

Reicht ein Verweis nicht und nähert sich die Hundenase immer mehr dem Teller, halten Sie ihm eine aufgeschnittene Zwiebel unter die Nase.

Besitzen Sie einen besonders hartnäckigen Tischbettler, den vielleicht schon der Vorbesitzer verdorben hat, oder können Sie nicht konsequent bleiben, dann kann man Ihnen nur noch raten: Damit leben oder während des Essens den Hund ins Nebenzimmer sperren.

Das Hochspringen an Menschen

Das ungestüme Hochspringen am Halter und an Besuchern, häufig verbunden mit einem feuchten Bussi, entstammt der Welpensprache und ist eine dem Hund angeborene Begrüßungsgeste. So begrüßen junge Hunde ihre Mutter. Es gibt Hundebesitzer, die sich nichts daraus machen, wenn ihre Kleider dauernd mit Pfotenabdrücken beschmutzt sind. Leider vergessen diese Tierliebhaber, daß nicht alle Mitmenschen so denken. Am besten gehen Sie so vor:

Das Abwehren und verbieten

Beim jungen Hund: Die flache Hand entgegenhalten und mit einem tadelndem Pfui oder Nein verweisen. Wichtig ist, daß auch fremde Menschen das Hochspringen nicht erlauben, sonst war Ihre Mühe umsonst.  Lob ist die wichtigste Grundlage einer erfolgreichen Hundeerziehung, nicht Drill und Strafe. Ein Hund soll freudig bei seiner Erziehung mitwirken und nicht aus Angst den Befehlen folgen.

Warum machen Hunde Probleme?  

Gesunde Aggresivität und gesunde Angst gehören zum arteigenen Verhalten des Hundes. Hier soll es ausschließlich um übersteigerte Aggression und Überängstlichkeit gehen. Ursachen aggressiven Verhaltens können sein Aggression wird immer durch eine bestimmte Situation ausgelöst.

Gegenüber Fremden: Überzogene Fixierung auf Besitzer, Revierverteidigungsverhalten wird vom Hundehalter gefördert, schlechte Erfahrungen.  

Gegenüber der Familie: fehlende Unterordnung, dauernde Störungen beim Schlafen oder Fressen, Schmerzen. Gegenüber bestimmten Familienmitgliedern: Eifersucht, Verteidigung einer Bezugsperson, schlechte Erfahrungen.  

Gegenüber Artgenossen: Übermäßige Konkurrenz unter Rüden, Beschützerrolle (der Besitzer wird verteidigt), fehlende Sozialisierung in den Prägungsphasen (Mangel an Kontakten mit Artgenossen).  

Ursachen der Angst können sein

Vor fremden Menschen: Kontaktdefizit oder schlechte Erfahrungen.  

Vor anderen Hunden oder bestimmten Rassen: unliebsame Begegnungen, Beißereien, Übertragung von Ängsten der Besitzer.  

Vor unbekannten Situationen, Gegenständen, Lärm oder fremden Geräuschen: mangelndes Training in der Jugendzeit, übersteigertes Verhätscheln durch den Halter.  

 Weitere Ursachen für Verhaltensprobleme

 Verwöhnen und Beschützen führt zu wählerischen Essern  aufdringlichen Schoßhunden  Kläffern  Simulanten  

 Fehlende Einbindung des Hundes in die Familie fördert Streunen  Zerstörungswut  Aufsässigkeit  Ungehorsam  Bissigkeit   

Vertrauen ist die Basis der Erziehung

Hunde brauchen Anerkennung: Sie wollen ihrem Besitzer gefallen, sie wollen ernstgenommen werden und Mitglied der Familie sein. Lob und positive Verstärkung fördern Zuwendung, Gehorsam und Bereitschaft zur Kooperation. Viele der Vierbeiner haben diese Anerkennungen durch den Menschen nie erfahren (oder verloren), andere wiederum wird eine Zuwendung zuteil, die ihren Bedürfnissen nicht entspricht oder lediglich die einseitigen Bedürfnisse des Halters widerspiegelt. Für all diese Hunde sind einfühlsame Ansprache und behutsame Anerkennung lebenswichtig. Verständlich ist anderseits, daß verhaltensgestörte Hunde, die Lob und Zuwendung lange entbehren mußten oder nie hatten, anfangs nur schwer damit umgehen können.  

Angst vor dem Alleinsein

Situation

Der alleingelassene Hund heult, winselt oder bellt fortgesetzt oder beschädigt die Wohnungseinrichtung

Ursache

Für den Hund als Rudeltier kommt Alleinsein einer Bestrafung gleich, weil er sich von der Gemeinschaft ausgeschlossen fühlt

Abhilfe

Den Hund anfangs nur kurz in einem Raum lassen, während sich sich in einem anderen Raum befinden. Die Trennungszeit immer wieder etwas verlängern.

Panik im Auto

Situation

Manche Hunde winseln, zittern oder erbrechen während der Fahrt im Auto. Andere verteidigen das Auto mit Zähnen und Krallen.

Ursache

Oft ist schon die Fahrt des Welpen vom Züchter ins Neue Heim Schuld: das schaukeln des Autos, keine Mutter, fremde Menschen. Überwächter erklären das Auto zum Revier und verteidigen es mit allen Mitteln. Sie glauben, daß sie ihrem Besitzer damit einen Liebesdienst erweisen.

Abhilfe

Angsthasen müssen lernen, daß das Auto zu ihrem Lebensbereich gehört. Regelmäßig mit dem Hund in dem parkenden Auto sitzen, streicheln, Lieblingsspielzeug mitnehmen. Später kürzere Strecken fahren und den Hund immer wieder loben.

Ablenkung für Kläffer: Kauknochen und Spielzeug mitnehmen. Zweite Person am Auto dicht vorbei gehen lassen, während der Besitzer den Hund beruhigt und lobt.  

Fütterungsprobleme

Situation

Hartnäckige Ernährungsvorlieben des Hundes werden für viele Besitzer zu einem Dauerproblem.

Ursache

Hunde sind von Haus aus hastige Esser. Bei extremen Schlingen spielt aber auch oft Futterneid eine Rolle (Zweithund). Hunde merken schnell, daß sie sich durch Verweigerung bestimmter Futtersorten ihren Besitzer gefügig machen können.  

Abhilfe

Zwischendurch Leckerbissen reichen. Schlechte Esser entstehen, wenn dauernd Futter im Napf ist. Keine Leckereien zwischendurch füttern. Wenn der Hund vom Napf weggeht, diesen sofort entfernen und später nochmals versuchen.

A C H T U N G ! Futterverweigerung kann auch auf Zahn- und Rachenprobleme hinweisen.

Simulanten

Situation

Plötzliches Humpeln, wenn man bei schlechtem Wetter vor die Tür soll; Zittern am ganzen Körper, Winseln, wenn ein Tierarztbesuch ansteht.

Ursache

Manche Hunde haben festgestellt, daß Schauspielern zum Erfolg führt. Die gewünschte Reaktion folgt meist sofort (Verzicht auf Forderungen, Streicheln, Leckerbissen).

Abhilfe

Den Hund nicht beachten. Lassen Sie zur Sicherheit Ihren Hund vorher vom Tierarzt untersuchen. Wenn er gesund ist, fällt es Ihnen leichter hart zu bleiben.

Trauer

Situation

Der Hund verliert seinen Besitzer. Er reagiert mit Verweigerung, wird apathisch und frißt kaum noch.

Ursache

Der Verlust des Herrchen/Frauchen bedeutet für viele Vierbeiner den Untergang ihrer Welt. Die Hierarchie ist aufgelöst, das Sicherheit bietende Rudel gibt es nicht mehr.

Abhilfe

Der Hund braucht sehr viel Zuwendung und Beschäftigung. Gehen Sie mit ihm an Plätze wo er neue Hundebekanntschaften schließen kann. Apathie kann zur Selbstaufgabe führen.