Neufundländer,  Newfoundland, Terre-Neuve, Terranova  

Geschichtliches

Bis 1959 galten Neufundländer und Landseer als eine Rasse, erst dann entschloss sich die FCI, beide wieder zu trennen. In Europa bekannt gemacht hat der weißschwarze Landseer beide Rassen. Als im Laufe der Jahre fehlender Nachschub die Landseer immer rarer machte, setzte sich der Neufundländer mehr in den Vordergrund. Als sicher gilt, dass beide Hunde von englischen und französischen Seeleuten aus Neufundland mitgebracht wurden, wo man sie vorwiegend zum Fischfang hielt.

Sie wurden benötigt, die ausgeworfenen Netze einzuholen, wozu die gewaltige Kraft und die hervorragenden Schwimmkünste diese Tiere prädestinierten. Schon im 18. Jh. traf man sowohl schwarzweiße als auch die etwas kleineren schwarzen auf Neufundland an. Der Neufundländer hatte ursprünglich Kraushaar, was aber herausgezüchtet werden konnte. Äußerst lebendig und temperamentvoll, fast elegant bewegt er sich im Wasser. Als ausgezeichneten Schwimmer und Taucher bekommt man ihn nur mit Mühe wieder aus dem Wasser.

FCI-Nomenklatur FCI-Gruppe 2

Pinscher und Schnauzer - Molosser und Schweizer Sennenhunde, Sektion 2 Molosser

FCI-Standard-Nummer 50

Herkunftsland: Kanada (FCI)

Größe: Der Neufundländer zählt zu den grossen Rassen

Höhe und Gewicht: 60 - 80 cm bei 50 - 68 kg

Pflege: sehr pflegeintensiv, täglich bürsten und kämmen

Wesen: ruhiger, ausgeglichener, gelassener Hund, mittleres Temperament, sehr lernfreudig

Gebrauchstüchtigkeit: hervorragender Familien- und Begleithund, eignet sich sehr gut zur Wasserarbeit

Lebenserwartung: 11 Jahre

 

FÉDÉRATION CYNOLOGIQUE INTERNATIONALE

SECRETARIAT GENERAL: 13, Place Albert 1 - B 6530 THUIN (Belg.)

FCI-Standard Nr. 50 / 09.12.1996 / D

Neufundländer (Newfoundland)

Übersetzung: Dr. J.-M. Paschoud und Frau R. Binder.

Ursprung: Kanada.

Patronat: F.C.I.

Datum der Publikation des gültigen Originalstandards: 29.10.1996.

Verwendung: Schlittenhund für schwere Lasten, Wasserhund.
 

Klassifikation FCI: 

Gruppe 2 

 Pinscher und Schnauzer, Molosser u. SchweizerSennenhunde
 

Sektion 2.2

 Berghunde ohne Arbeitsprüfung.
Kurzer geschichtlicher Abriß

Diese Rasse stammt aus der Insel Neufundland und entstand aus einheimischen Hunden und dem grossen schwarzen Bärenhund, den nach dem Jahre 1100 die Vikinger dort eingeführt hatten. Nach dem Eintreffen europäischer Fischersleute wirkten verschiedene Rassen an der Gestaltung und der Auffrischung der Rasse mit, aber die wichtigsten Eigenschaften blieben bestehen. Als im Jahre 1610 die Kolonisation der Insel begann, war der Neufundländer bereits im Besitz seiner arteigenen Morphologie und seiner angeborenen Charakterzüge. Diese Eigenschaften haben ihm gestattet, an Land beim Ziehen von schweren Lasten die extrem strengen klimatischen Bedingungen zu ertragen und als Wasser- und Rettungshund den Gefahren des Meeres zu trotzen.
 

Allgemeines Erscheinungsbild

Der Neufundländer ist massiv und hat einen kräftigen, gut bemuskelten Körper; der Ablauf seiner Bewegungen ist gut koordiniert.

Wichtige Proportionen
Die Länge des Körpers, vom Buggelenk zum Sitzbeinhöcker gemessen, ist größer als die Widerristhöhe. Der Körper ist kompakt. Der Körper der Hündin kann etwas länger sein und ist weniger massiv als der des Rüden. Der Abstand vom Widerrist bis zur Unterseite der Brust ist größer als der Abstand von der Unter-seite der Brust zum Boden.

Verhalten und Charakter (Wesen)

Der Neufundländer drückt in seiner Erscheinung Wohlwollen und Milde aus. Majestätisch, fröhlich und unternehmungslustig ist er für seine stete Liebenswürdigkeit und Gelassenheit bekannt.

Kopf

Massiv. Der Kopf der Hündin entspricht in seiner Gesamterscheinung dem des Rüden, ist aber etwas we-niger massiv.

Oberkopf

Schädel: Breit, mit leicht gewölbtem Scheitel und kräftig entwickeltem Hinterhauptbein. Stop : Klar ausgeprägt, aber nicht abrupt.

Gesichtsschädel

Nase: Groß, gut pigmentiert, mit gut entwickelten Nasenflügeln.
Farbe: schwarz bei schwarzem und bei weiß-schwarzem Haarkleld, braun bei braunem Haarkleid.
Fang: Ausgesprochen quadratisch, tief und mäßig kurz; mit kurzem feinem Haar bedeckt, ohne Falten. Mundwinkel klar abgezeichnet, aber nicht zu stark ausgeprägt.
Backen: Weich.
Gebiß: Scheren-oder Zangengebiß.
Augen: Verhältnismässig klein und tief eingesetzt; sie liegen weit auseinander, und es ist keine rote Bindehaut sichtbar.
Farbe: dunkelbraun bei schwarzem und weiss-schwarzem Haarkleid; bei braunem Haarkleid ist ein hellerer Farbton zulässig.

Ohren
Verhälinismässig klein, dreieckig mit abgerundeter Spitze, gut hinten und seitlich am Oberkopf angesetzt, gut anliegend. Wenn beim erwachsenen Hund das Ohr nach vorne gelegt wird, reicht es bis zum inneren Augerwinkel derselben Seite.

Hals
Kräftig, muskulös, gut auf den Schultern aufgesetzt; lang genug, um eine würdevolle Haltung des Kopfes zu erlauben. Der Hals sollte keine übertrieben entwickelte Wamme aufweisen.

Körper

Knochenstruktur überall massiv. Von der Seite gesehen, ist der Körper tief und kräftig.
Oberlinie: Vom Widerrist zur Kruppe horizontal und fest.
Rücken: Breit.
Lenden: Kräftig und gut bemuskelt.
Kruppe: Breit, in einem Winkel von ca 30° abfallend.
Brust: Breit, geräumig und tief; gut gerundeter Rippenkorb.
Unterlinie und Bauch : Fast horizontal, nie aufgezogen.

Gliedmaßen

Vorderhand
Die Vorderläufe sind gerade und parallel, auch im Schritt und im langsamen Trab.
Schultern: Sehr gut bemuskelt und gut schräg nach hinten gelagert.
Ellenbogen: Gut an der Brust anliegend.
Vordermittelfuss: Leicht schräg gestellt.
Vorderpfoten: Gross und harmonisch zum Körper passend; gut gerundet mit eng aneinanderliegenden, festen und kompakten Zehen; eine Zwischenzehenhaut ist vorhanden.

Hinterhand
Da der Schub zum Ziehen schwerer Lasten, zum Schwimmen und für einen zugkräftigen, raumgreifenden Schritt in grossem Maße von der Hinterhand abhängt, ist die Beschaffenheit der Hinterhand beim Neufundländer von höchster Bedeutung. Das Becken soll kräftig, breit und lang sein.
Oberschenkel: Breit und muskulös.
Knie: Gut gewinkelt, aber nicht so stark, daß der Hund zusamengekauert aussieht.
Unterschenkel: Kräftig und recht lang.
Hintermittelfuß: Verhältnismässig kurz, gut tief angesetzt; beidseitig parallel und weit voneinander gestellt; weder nach innen noch nach aussen gedreht.
Hinterpfoten: Kräftig und kompakt. Wenn vorhanden, sollten Wolfskrallen entfernt sein.

Rute

Wenn der Neufundländer schwimmt, wirkt die Rute wie ein Steuerruder; daher ist sie kräftig und breit an ihrem Ansatz. Im Stand hängt sie gerade herab, allenfalls mit einem kleinen Bogen am Ende. Sie reicht bis zum Sprunggelenk oder geringfügig darunter. In der Bewegung oder wenn der Hund erregt ist, wird sie ge-rade und waagrecht mit, an der Spitze, einer geringfügigen Biegung nach oben getragen; nie über den Rük-ken gerollt oder zwischen die Hinterläufe geklemmt.

Gangwerk

Beim Neufundländer zeigt der Bewegungsablauf einen guten Vortritt der Vorderläufe und einen starkem Schub aus der Hinterhand; er vermittelt den Eindruck von Mühelosigkeit und Kraft. Ein leichtes Rollen des Rückens ist natürlich. Wenn die Geschwindigkeit zunimmt, zeigen die Läufe die Tendenz, sich der mittleren Schwerpunktslinie des Körpers zu nähern, wobei die Rückenlinie horizontal bleibt.

Haarkleid

Haar
Der Neufundländer hat ein wasserundurchlässiges Stockhaar. Das Deckhaar ist mäßig lang und gerade, nicht gelockt. Eine leichte Wellenbewegung ist erlaubt. Die Unterwolle ist weich und dicht, dichter im Winter als im Sommer, aber auf der Kruppe und an der Brust immer bis zu einem gewissen Grade vorhanden. Am Kopf, am Fang und an den Ohren ist das Haar kurz und fein. Vorder-und Hinterläufe sind befedert. Die Rute ist vollständig von langem dichtem Haar bedeckt, welches jedoch keine Fahne bilden sollte. Trimmen und Scheren sind nicht zu empfehlen.

Farbe

Schwarz: Die herkömmliche Farbe des Neufundländers ist schwarz. Der Farbton soll so einheitlich wie möglich sein, aber ein leichter Schimmer wie von Sonnenbrand ist zulässig. Weisse Abzeichen an der Brust, an den Zehen und/oder an der Spitze der Rute sind erlaubt.
Weiß-schwarz: Diese Varietät ist für die Rasse von historischer Bedeutung. Zu bevorzugen sind ein schwarzer Kopf mit weißer Blesse, die sich bis zum Fang hin erstreckt, ein schwarzer Sattel mit gleichmässigen Abzeichen und eine schwarze Kruppe mit schwarzer Oberseite der Rute. Alles Übrige muß weiß sein und darf ein Minimum an Tüpfelung aufweisen.
Braun: Diese Farbe geht von schokoladefarben bis zu bronzefarben. Weiße Abzeichen sind an der Brust, auf den Zehen und/oder an der Spitze der Rute zulässig.
Weiß-schwarze und braune Hunde sind bei Ausstellungen in derselben Klasse wie die schwarzen zu beurteilen.

Größe und Gewicht

Die Widerristhöhe beträgt im Durchschnitt für erwachsene Rüden  71 cm
  für erwachsene Hündinnen 66 cm.
   
Das Gewicht beträgt im Durchschnitt  ca. 68 kg für Rüden
  ca. 54 kg für Hündinnen.

Eine große Widerristhöhe ist erwünscht, aber die Größe ist gegenüber Symmetrie, allgemeinem Gesundheitszustand, kräftiger Konstitution und einwandfreiem Bewegungsablauf nicht zu bevorzugen.

Fehler

Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muß als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.

Ausschließende Fehler


N.B. - Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.