So, so, Sie wollen also einen Neufundländer...

Sie haben gerade das erste mal einen Neufundländer gesehen, ein enormes, prachtvolles Geschöpf, das sich vorbildlich benahm, tadellos gepflegt war und das Ihnen Sekunden nach der Begüßung seine Pfote gab. Zu seiner gesamten Anziehungskraft kommt noch, das dieser sanfte Riese seinen Teddybären in der Schnauze trug. Sie wollen einen Neufundländer und das am besten gleich gestern!

Wenn ein verantwortungsbewusster Züchter Ihnen das ganze Bild gezeigt hat, erkennen Sie, dass das, was Sie gesehen haben nur ein Teil dessen ist, was es heißt, einen Neufundländer sein Eigen zu nennen.

Deshalb ist es sinnvoll, sicherzustellen, dass der Hund hundertprozentig von allen Mitgliedern des Haushaltes gewollt ist, bevor der Kaufvertrag gemacht wird.

SIND SIE EIN PASSENDER HALTER?

Abgesehen von den Kosten, und der Zeit, die ein Neufundländer in Anspruch nimmt, bleibt noch die Frage,

-Sind Sie sehr ordentlich und penibel, was Ihre Wohnung angeht?

Wenn ja, gibt es nichts, was Sie in derart tiefe Verzweiflung stürzen könnte - weil sogar ein sauberer und trockener Neufundländer doch ständig etwas haart. Sie werden immer wieder überrascht sein, wo sich Haare wiederfinden! Sie köpfen ein gekochtes Ei und finder als Garnitur ein schwarzes Haar. Ein nasser und verschmuster Neufundländer kann Sie an den Rand des Wahnsinns treiben. Ein Hund, der draussen im Regen war, trägt eine große Menge Wasser mit sich herein und verteilt sie auf einer grossen Fläche. Sie werden selbst sehen, wie unmittelbar er sich auf Wände und Möbel verteilt, wenn er sich, gerade von draußen hereingekommen, schüttelt

Es ist außerordentlich wichtig für Ihren Neufundländer, Teil der Familie zu sein. Es wäre eine nie endende Herausforderung zu versuchen, ihren Welpen stubenrein zu bekommen, wenn er für lange Zeiträume alleine gelassen wird. Ähnlich wird sich ein alleingelassener Welpe oder ein älterer Hund, der keine menschliche Gesellschaft hat, bald langweilen und im Versuch, sich die Zeit zu vertreiben, damit beginnen, Stuhlbeine, Türen und Teppiche anzunagen.

CHARAKTERISTIKA

Der Neufundländer kann als tausendsassa in der Hundewelt beschrieben werden - Ungeachtet ihres Allroundtalents haben Neufundländer sehr eindeutige Marotten. <<Lachen>> war früher in der Rasse sehr verbreitet. Sogar heute zeigen viele noch dieses unterwürfige Grinsen, indem sie ihre Zähne und das Zahnfleisch zeigen, besonders wenn sie <in Ungnade> gefallen sind (unerfahrene Halter können dieses fälschlicherweise als aggressives Verhalten deuten.)Der Rettungs- und Zuginstinkt kann sich manchmal darin zeigen, dass sie sanft die Hand halten und daran ziehen. Aber auch dies ist eine Verhaltensweise, die missverstanden werden kann.

Ein Neufundländer, der beachtet werden möchte, wird die Person unmissverständlich auf sich aufmerksam machen, indem er sie mit der Pfote anstubst oder kratzt.

Es gibt kaum Neufundländer, die nicht eine angeborene Liebe zum Wasser haben. Sogar Tiere, die aufwuchsen, ohne je einen See oder das Meer gesehen zu haben, können ihre Besitzer überraschen, wenn sie ans Wasser kommen.

Neufundländer erkennen ihre eigene Rasse (sogar wenn sie alleine im Haushalt leben) und sind im allgemeinen nicht streitsüchtig - ein Grund vielleicht, warum Neufi-Liebhaber mehr als einen Hund gleichzeitig halten.

PFLEGE                

Jede langhaarige Rasse braucht regelmäßige Pflege, um Haut und Haar gesund zu halten. Der Neufundländer ist da keine Ausnahme. Er besitzt ein doppeltes Haarkleid, bestehend aus einer Deckschicht mit grobem, langem Haar und einer weichen, dichten, kürzeren Unterwolle, die ölig ist und Nässe abstößt. Sie taugt ausserdem sehr gut, um extreme Kälte und Hitze abzuhalten.

Aufgrund der gut durchfetteten Haare ist das Fell relativ pflegeleicht, da es gewissermassen "selbstreinigend" ist. Selbst arg mit Schlamm verschmutzte Hunde sind, sobald das Haar trocken ist, wieder so sauber wie vorher, ohne daß Bürste, Kamm oder gar ein Bad nötig gewesen wäre. Neufundländer sollten täglich gebürstet werden, da sonst die Gefahr besteht, daß das Fell verfiltzt.

Auch sollte den Ohren eine tägliche Beachtung gegeben werden, da sich in ihnen schnell mal was verfängt.

Ebenso den Pfoten, besonders zwischen den Zehen. Hier kann man das Fell ruhig mal kürzen, da es dann leichter zu pflegen ist, und nicht so schnell verfilzt.

 

 

Sollten sie jetzt immer noch lesen, und nicht auf der Suche nach einem anderen Haustier sein, z. B. einem Hamster, herzlichen Glückwunsch !!! Dann passt ein Neufundländer in ihr Leben.

 

Auszugsweise übernommen aus Neufundländer - Heute - von Hedd & Del Richard erschienen im Kynos Verlag

 
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